Teil 4

 

 

 

 

 

Sind wir nun komplett? Die Frage stellen sich die Zwillinge vielleicht auch? Oder deutet

Leons Freude an, dass ruhig noch ein weiteres Schwesterchen kommen könnte?

 

 

 

 

 

Es erweist sich jedenfalls als Glücksfall, dass wir die Küche so kinderfreundlich gestaltet haben. In dieser „Regierungszentrale“ hat man doch Überblick über die ganze Rasselbande. Wie praktisch! Wir müssen erst einmal zusehen, dass wir diese Racker alle groß kriegen und – überlebensnotwendig – das Haus muss weiter renoviert und eingerichtet werden. Da nicht alles gleichzeitig geht, halten wir uns an das gute alte englische Sprichwort „First things first“ oder auf gut Deutsch: „Wo’s brennt, muss gelöscht werden!“

Mein Gott, ist das alles anstrengend. Dass es sooo viel Arbeit und Nerven kostet, hatten wir in unserer Anfangseuphorie nicht gedacht. Was mir am allermeisten auf den Nägeln brennt, ist die Badfrage - mit fünf Personen im Haus eine blanke Notwendigkeit. Schließlich können wir nicht nur im Teich baden. Natürlich sollen die Jungs und der neue Winzling nach einem Tag im eigenen Abenteuerland den Sand und Matsch abschrubben können. Also müssen zwei neue Bäder her – und zwar möglichst schnell. Steve ist so scharf auf ein eigenes Bad zum Entspannen, dass ich wirklich gute Karten habe, meine Wünsche durchzusetzen. Von Farben redet er schon gar nicht mehr. Ich könnte mir aber vorstellen, dass Beige seinen Wünschen entgegenkäme. Meine Liebe zum Blau lässt sich problemlos im Kinderbad verwirklichen. Und beide hätte ich passend zum Haus gerne mit ländlichem Charme! Also Wünsche über Wünsche - machen wir uns dran!

 

Und dann mussten wir ja auch noch zusehen, wie wir Roy unterbringen. Da haben wir jetzt eine schnelle und einfache Lösung gefunden: Das Zimmer, das bisher von Hannes bewohnt wurde. Wir haben einfach die Wände ein bisschen angemalt!

 

 

So – der Umbaustress hat mich am Weiterschreiben gehindert, aber nun muss ich berichten, was sich getan hat.

Wir haben nun endlich unser Bad, leider ist es etwas klein, dafür haben wir es aber auch ganz für uns alleine. Und – psst! Steve hat es wohl gar nicht bemerkt oder er hat resigniert?! – aus dem Beige ist nämlich doch fast ein Gelb geworden, aber wie ich finde einmalig schön zusammen mit dem Blau! Ich habe nämlich so den Hintergedanken im Kopf, dass sich das Blau der Fenster wie ein Leitmotiv durchs Haus ziehen könnte.

 

 

Jedenfalls bin ich höchst zufrieden und fühle mich hier schon richtig heimisch, wie man leicht an dem sorglos verstreuten Krimskrams erkennen kann.

Es war gar nicht so einfach, in dem kleinen Bad alles unterzubringen, was ich für unverzichtbar halte: Duschen mag ja praktisch sein, aber für eine gestresste Mutter gibt es

wohl nichts Erholsameres als sich ein Stündchen im Bad einzuschließen und diese Zeit weitgehend in der Wanne zu vertrödeln. Also mussten wir sehen, wie wir WC, Dusche, Badewanne und Waschtisch hier unterbringen. Einen Wäschekorb braucht man ja auch noch und eine Ablage für die Handtücher und … nun ja ein richtiger Wäscheschrank passte dann noch nicht mehr …

 

 

Tiefer Friede kehrt ein nach einem stressigen Tag mit den Kleinen!

 


 

Das Allerwichtigste aber ist, dass auch Steve Gefallen an dem neuen Bad findet. Das trägt nicht unerheblich zu seiner guten Laune und dem allgemeinen Familienfrieden bei.

Gestern habe ich ihn fröhlich in der Dusche pfeifen hören …

 

 

… und gemeckert hat er auch noch überhaupt nicht.

Im Gegenteil, er hat mir versprochen, dass er mir bei der Einrichtung des Schlafzimmers völlig freie Hand lassen will – in jeder Hinsicht! – damit ich einen schönen Raum zum Entspannen habe, nachdem wir kaum noch schlafen können in der Nacht. Er sagt, er möchte mir mal etwas Gutes tun, da ich mich so rührend und viel um den Nachwuchs kümmere. Das ist doch mal ein fürsorgliches Angebot, das mich gleich zum Träumen bringt: ein romantisches, ländliches Schlafzimmer wünsche ich mir. Nun, gerade männlich ist das natürlich nicht, aber es gibt ja durchaus Schlafzimmer mit Blautönen, die ländlich aussehen – es soll Steve ja wenigstens ein bisschen gefallen. Ich fange dann schon mal an, in Katalogen und auf dem Flohmarkt zu stöbern und das Zimmer in Gedanken einzurichten.

Wie schön, so ganz allmählich wird man hier richtig gemütlich wohnen können! Seufz!

Aber das geht erst, wenn wenigstens Leonie ein bisschen größer ist.

Trotzdem Steve ist und bleibt ein Schatz!

 

Und nun zeige ich euch das Kinderbad: Hier gibt es Platz genug! Und alles ist richtig bunt und fröhlich geworden, auf dass sich hier alle wohlfühlen.

 

 

 

 

Die Zwillinge haben sich „ihr“ Bad im Nu erobert. Und neuerdings waschen sie sich sogar gerne! Ich glaube das muss wirklich schriftlich festgehalten werden.

 

 

                                       

 

Roy und Leonie sind ja noch zu klein, um dazu eine Meinung zu haben.

 

Und manchmal gibt es sie ja auch - diese friedlichen Vormittage, an denen Steve bei der Arbeit ist, die Zwillinge in der Schule sind, Roy brav spielt und Leonie schlummert. Dann kann ich endlich einmal wieder malen! So fühlt sich Glück an!

 

 

Übrigens hatte Steve gestern eine sensationelle Idee: Er will mich und die Kinder zur Familie meiner Mutter nach Schweden schicken und Michel, den Innenarchitekten und Freund des Hauses, mit der Einrichtung des Schlafzimmers beauftragen, wenn die Zwillinge Ferien haben und ich die Möbel ausgesucht habe! Damit ich mich mal erholen kann. Doch, das wäre hübsch, die Kinder ein bisschen bei den Großeltern, -onkel und tanten abgeben zu können und mehr Zeit für meine Malerei zu haben. Roy kann bis dahin sicher auch schon  laufen. Und meine Mutter wäre gewiss überglücklich, die Kinder ein wenig für sich zu haben. Sie ist ja genau so ein Familienmensch wie ich! Das hat sich wohl vererbt?!

 

Michel und Steve wollen demnächst die ganze Sache bei einem Bierchen am Grill bequatschen und dann kann es bald losgehen! Wie schön! Es ist doch fantastisch so einen liebenden Ehemann zu haben. Ach Steve – vielleicht können wir ja, wenn das Haus fertig renoviert und eingerichtet ist – noch ein Baby haben?

Roy will jetzt alles lernen! Aber am wichtigsten ist ihm das Laufen! Und auf diesem herrlichen Sandplatz ist es auch gar nicht schlimm, einmal hinzufallen.

 

 

 

                                     

 

Er hat inzwischen schon beachtliche Fortschritte gemacht! Bravo – kleiner Mann!

Ach ja und Leonie hat ja auch schon bald wieder Geburtstag – Kinder, wie die Zeit vergeht …

 

Das war vielleicht ein tolles Wochenende! Steve und die Zwillinge hatten am Samstag eine „Männerverabredung“ in aller Frühe - nach dem Motto: „Vater zeigt euch jetzt mal, wie man (oder Mann?) richtig angelt.“ Dazu gehört wohl auch, schon mitten in der Nacht aufzustehen – und das am Wochenende! Nun – wenn’s ihnen Spaß macht, habe ich kein Problem damit. Warum sie allerdings unbedingt in Nachtwäsche angeln müssen, hat sich mir nicht erschlossen.

 

 

Tatsächlich haben sie einen traumhaften Tag erwischt. (Und auf dem Foto kann man wieder mal sehen, wie herrlich unser Haus gelegen ist – direkt an dieser Meeresbucht!)

 

Sie ließen sich von mir nicht weiter stören und ich habe dann in der Zwischenzeit mal alles - samt den beiden Kleinen - auf Vordermann gebracht, denn schließlich feiert Leonie heute Geburtstag.

Für draußen habe ich zwei Hochstühle besorgt, denn die brauchen wir nun dringend, eine Art Laufstall für Leonie und natürlich die Geburtstagstorte!

Und dann war es auch schon soweit – Leonie läutet ihre Geburtstagsfeier mit lautem Gebrüll ein:

 

 

Aus ist’s mit der friedlichen Angelrunde! Dafür wird jetzt gefeiert. Ich hole schnell noch Roy herbei und dann kann’s losgehen! Könnte jedenfalls, wenn Steve auch da wäre …

 

 

Er ist dann aber doch gleich da gewesen und hat die Zwillinge zu heftigem Jubeln angefeuert:

 

                                 

 

Tja – und so sieht unser kleines Mädchen nun aus:

 

 

Das ist Leon und Noel aber nicht weiter wichtig. Was zählt, ist die Torte!!!

 

 

 

                                                 

                       

Steve und ich müssen uns erstmal um die Kleinen kümmern, ehe wir zuschlagen können. Hoffentlich ist dann noch was da!

 

Den restlichen Tag haben wir ganz leger und gemütlich verbracht:

 

 

 

Leonie erobert sich neue Dimensionen auf ihrer Babydecke und Roy ist stolz, dass er als der Ältere doch schon viiieeel mehr kann!

Das gibt Steve das Stichwort, Roy klarzumachen, dass er dann vielleicht mal beweisen solle, wie groß er schon ist, indem lernt allein auf’s Töpfchen zu gehen.

 

 

Tatsächlich schafft er es jetzt auch. Den restlichen Nachmittag habe ich gemalt und Steve hat Roy so ganz nebenbei auch noch das Sprechen beigebracht. Also: Erfolg auf der ganzen Linie! – trotz der grellen Sonne!

 


 

Und am Abend folgte dann das Schönste ganz unvermutet: eine innige Umarmung unserer beiden Ältesten – da haben wir aber gestaunt! (Wie es dazu kam ist uns leider entgangen!) Jedenfalls soo liebevoll waren sie noch nie miteinander.

 

 

Nur noch kurze Zeit bis zu den Ferien.

Ich habe alle Schlafzimmermöbel ausgesucht und bin schon ganz hibbelig vor Vorfreude. Bald, ganz bald fahren wir nach Schweden! Und wenn wir dann zurück sind, beziehen Steve und ich das neue Schlafzimmer!

Mit Michel hatte ich ein vertrauliches Gespräch, aber das braucht Steve ja nicht zu wissen. Soll er ruhig denken, dass der Farbvorschlag fürs Schlafzimmer (Blau und Gelb – so wie Himmel und Sonne!) von seinem guten Freund Michel, dem begabten Innenarchitekten, stammt! Das erspart uns Diskussionen und ich bekomme, was ich mir wünsche. Steve wird es zufrieden sein, wenn ich dann total begeistert bin.

 

Jetzt zeige ich Steve noch, was er im Küchengarten beachten muss - und dann ab in die Ferien!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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